Gründungsurkunde

Originalurkunde

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Auszüge aus der Originalurkunde von 1523

 

Es begann bei einer Vorstandssitzung der St. Sebastianus Bruderschaft ...

Ein Vorstandsmitglied stellte die Frage:  "gibt es ein Dokument, in dem die Bruderschaft zum ersten Mal erwähnt wird?"

Den anwesenden Vorstandsmitgliedern war ein solches Dokument nicht bekannt. Da ich mich um den Aufbau eines Archivs der Bruderschaft bemühe, wurde mir der Auftrag erteilt, nach einem Dokument zur Ersterwähnung zu suchen.

Ich habe mich dann mit dem Archiv der Diözese in Köln in Verbindung gesetzt. Dort erfuhr ich, dass falls es ein Dokument gäbe, dieses nur im Kirchenarchiv der Pfarrei St. Peter in Rommerskirchen zu finden sei.

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man, wenn man ein so altes Dokument sucht, folgendes wissen muss: Kenntnisse in Plattdeutsch, in Latein und nicht zuletzt Sütterlin sind von Vorteil. Da ich alle drei Voraussetzungen nicht gut beherrsche, bat ich den Historiker  Dr. Josef Schmitz um Hilfe . Nach zwei Sitzungen im Kirchenarchiv haben wir die abgebildete Urkunde tatsächlich gefunden. 

 

Das Dokument besteht aus zwei Seiten. Der Text ist nach der Besichtigung in drei Sprachen verfasst, und zwar Latein. Plattdeutsch, und Hochdeutsch (was man zu der Zeit darunter verstand) und geschrieben ist der Text in Sütterlin.

 

Was man bisher über Bruderschaften in Rommerskirchen wusste

 

Am 26.02.1428 wird eine Bruderschaft in Rommerskirchen erwähnt. Als Sophie die Witwe von Adolf Peckholz, der Bruderschaft und dem Altar St. Katharinen 4 Morgen Artland in den kleinen Weiden bei Groyrchen und am Hailskreuz zu Nettesheim schenkt. In den folgenden Jahren haben noch einige Landwirte Getreide und Wachs an den Katharinen Altar gestiftet.

Erst am 06.01.1485 wird der St. Sebastianusaltar erwähnt. Ein Hermann von Buysfeld 11,5 Morgen Ackerland verkauft und den Altären St. Antonius und dem St. Sebastianusaltar zuweist. Zu diesem Zeitpunkt ist von einer St. Sebastianus Bruderschaft noch keine Rede. In den folgenden Jahren ist immer von dem St. Katharinen und von einem St. Sebastianusaltar die Rede an dem Renten und Hühner gespendet werden.

(Quelle:Vom Wachsen und Werden Seite 25 Herausgeber: Pfarrei St.Peter 41569 Rommerskirchen)

 

Vorläufige unvollständige Übersetzung der Urkunde.

 

Die erste Bruderschaft, die in Rommerskirchen urkundlich erwähnt wird, ist die St. Katharinen Bruderschaft. Es wird angenommen, dass die Mitglieder der St. Katharinen Bruderschaft sich zerstritten haben. Aus dem Streit ist dann die St. Sebastianus Bruderschaft gegründet worden. Ende des 15. Jahrhundert waren die St. Sebastianus Bruderschaften in Mode.

Auf dem Bild 1 ist in der Zeile 1 ist die folgende römische Zahl XVXXiii zusehen sie bedeutet Jahreszahl 1523. Der Text geht dann weiter in Zeile 1 das ein Meister Schröders und seine Ehefrau der Broderschaft 3ß (Simper) geschenkt (vererbt) und Land hinter Vanikum verpfändet.

 Das Ehepaar Schröders hat die Schenkung und Vererbung an Bedingungen geknüpft.

Der Vikar (Kaplan) soll zu Ehren der Bruderschaft den Altar der Bruderschaft pflegen. Messen lesen und singen, wie es im Kirchspiel Rommerskirchen üblich ist. Wenn der Vikar nicht am Hochaltar arbeiten muss, soll er am Sebastianus Altar arbeiten. Der Vikar soll alle ¼ Jahre am Sebastianustag eine Messe am Bruderschaftsaltar lesen. Zum Gedenken der Broder und Soester. Fürbitte beten und nach der Messe um die Kirche gehen und zum Kirchhof gehen. Singen und beten wie es üblich ist für alle Broder und Soester. Der Brudermeister soll den Vikar begleiten. Das heißt es gab 1523 schon einen Brudermeister.

Der Priester soll für den St. Sebastianus Bruderschafts Altar Geld bekommen. Dafür soll er die Schule halten und lehren, mit den Schülern in die Kirche gehen, an hohen Feiertagen und an allen Sonntagen.

Der Historiker J. Schmitz war der Meinung, das eine sogenannte Schulpflicht erst nach dem 30 jährigen Krieg (1650) im Gillbachland üblich war. Die oben gezeigte Urkunde, zeigt, dass schon 1523 im Gillbachland schule gehalten wurde.

Quelle: Leben am Gillbach III von J. Schmitz Seite 127.

In dem Bild oben steht in der ersten Zeile auf Latein:Officium et on ???? fraternitatis Altaris S. Sebastiani. Das heißt auf Deutsch:Liturgie und ???? Bruderschafts Altar S. Sebastianus.

2. Zeile steht auf Deutsch: Dort ist zu wissen, daß der Priester der Broderschaft S. Sebastiani.